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Heparin-induzierte Thrombozytopenie

HIT II, HAT 
Stand vom 23.08.2017
Bezeichnung Heparin-induzierte Thrombozytopenie
Synonyme HIT II, HAT
Zuordnungen Gerinnung/Hämostaseologie
Parameter Antikörper gegen Heparin-Plättchen-Faktor-4-Komplex
ggf. funktioneller Bestätigungstest:
HIPA-Test, HIT-IgG
Probenmaterial 1 ml Serum
Abnahmehinweise siehe Gerinnungsuntersuchungen
Bitte Angaben zum verabreichten Heparin einschließlich Behandlungsdauer und Heparinanamnese machen
Probentransport siehe Gerinnungsuntersuchungen
Klinische Indikationen Thrombozytenabfall um mehr als 50% vom Ausgangswert bzw. Thrombozytopenie im Rahmen einer Heparin-Therapie
Thrombose (arteriell, venös) unter Heparin-Therapie
Nicht ausreichende Heparin-Wirkung (Heparin-Resistenz)
Hinweis:
Auftreten ca. ab dem 5. Tag nach erstmaliger Heparingabe, bei anamnestisch bekannter Heparin-Gabe auch frühzeitiger; HIT II ist auch bei normaler Thrombozytenzahl möglich, ab der 3. Behandlungswoche mit Heparin sinkt das Risiko für eine HIT II wieder.
Wegen der Lebensbedrohlichkeit der mit einer HIT II verbundenen Komplikationen sollte bei Verdacht auf HIT II die Diagnostik unmittelbar eingeleitet werden.
Methode AGGL
(Schnelltest)
Ansatztage tägl. Mo. - Sa.
Referenzbereiche negativ
Beurteilung Die Kombination verschiedener Teste erhöht die diagnostische Sensitivität und Spezifität.
Ca. 10 % der HIT II-Patienten zeigen im ELISA keine Autoantikörper gegen den Komplex aus Plättchenfaktor 4 und Heparin. Die klinische Relevanz niedriger Titer wird kontrovers diskutiert.
Die Kombination des Heparin-PF4-Komplex-ELISA mit funktionellen Testen ist daher empfohlen. Es werden der HIPA-Test (Heparin induced Platelet Activation) und/oder der Serotonin-Freisetzungs-Test durchgeführt.
Bei begründetem Verdacht auf eine HIT II ist die Heparin-Therapie unmittelbar zu stoppen. Die Gabe alternativer antikoagulatorisch wirkender Medikamente wie Heparinoid-Daproid-Natrium (Handelsname Orgaran) oder Lepirudin wird empfohlen. Ohne diese alternative Therapie kommt es auch nach Absetzen von Heparin in bis zur Hälfte der Fälle zum Auftreten weiterer Thrombosen.